Trotz Krebs schwanger: Medical Freezing

Zwar sind viele Krebserkrankungen heute mit Chemotherapie, Bestrahlung oder einer Immuntherapie heilbar, trotzdem kann die Behandlung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder gar unfruchtbar machen. Mit Medical Freezing, dem Einfrieren von Eizellen vor einer Krebsbehandlung gibt es jedoch Methoden trotzdem schwanger zu werden.

Schwangerschaft trotz Krebs

Die Diagnose Krebs ist die Horrovorstellung für viele Frauen. Doch gerade in jungen Jahren werden neben dem eigenen Leben auch noch viele Träume und die eigene Lebensplanung plötzlich in Frage gestellt. Die Frage ob nach einer Chemotherapie oder Strahlentherapie eine Schwangerschaft überhaupt noch möglich oder wahrscheinlich ist, beschäftigt viele Krebspatientinnen und deren Partner. Unbegründet sind diese Sorgen nicht, denn tatsächlich mussten in der Vergangenheit viele Frauen, die eine Krebsbehandlung erfolgreich überstanden haben, auch Kinder verzichten, da Chemo- oder Strahlentherapie die Eierstöcke schädigen können.

Prof. Dr. Michael Wolff, Reproduktionsmediziner an der Uniklinik in Bern, sagt in einem Interview mit dem Spiegel, dass es zwar sehr schön sei mit neuen Behandlungen vielen Frauen mit Brustkrebs helfen zu können, aber dennoch frustrierend, da viele dieser Jungen Frauen keine Familie mehr gründen konnten. Das sei aber zum Glück heute dank moderner Reproduktionsmedizin anders, so Wolff. Zu diesen neuen Methoden gehört auch das Medical Freezing, bei dem Eizellen vor einer möglicherweise schädlichen Behandlung tiefgefroren werden.

2006 gründete Wolff mit Kollegen das Netzwerk FertiPROTEKT, einen Zusammenschluss von öffentlichen und privaten Kliniken, die fruchtbarkeitserhaltende Therapien nach neuesten Erkenntnissen anbieten. Dabei werden nicht nur Behandlungen durchgeführt, sondern das Medical Freezing auch weiter erforscht und weiterentwickelt.

 Welche Krebstherapien schädigen die Fruchtbarkeit?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, denn ob eine Chemo- oder Strahlentherapie die Fruchtbarkeit beeinflussen oder schädigen kann, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Art der Krebsbehandlung, dem Alter der Patientin und der Eierstockreserve, also die Anzahl der Eizellen die noch in den Eierstöcken vorhanden sind, ab.

Auf welche Art die Eizellen entnommen werden hängt auch vom Alter und der Behandlungsmethode ab. Es können nach einer Hormonbehandlung pro Zyklus nur eine begrenzte Anzahl an Eizellen entnommen werden, bei jungen Frauen mit einem hormonabhängig wachsenden Tumor kann es sinnvoll sein die Hälfte eines Eierstocks im Rahmen einer Operation zu entnehmen und tiefgefroren in einer Kryobank zu lagern. Das ist ideal bei jungen Frauen, da Ihnen noch viele Eizellen zur Verfügung stehen.

Bei fortgeschrittenem Alter und einem Tumor der hormonunabhängig wächst, kommt eher eine Behandlung mit hormonstimulierenden Medikamenten in Frage, nach der Eizellen entnommen und eingefroren werden.

In beiden Fällen können die Eizellen nach überstandener Krebstherapie wieder aufgetaut und künstlich befruchtet werden.

Viele Patientinnen werden noch nicht genügend über mögliche Risiken, die eine Krebsbehandlung auf die Fruchtbarkeit haben kann, aufgeklärt. Daher ist es wichtig vor Beginn der Behandlung mit seinem Arzt auch über diese Fragen zu sprechen.

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